Frauen-Selbstverteidigungskurs

„Hauptsache, frau tut was!“
Bericht zum Selbstverteidigungskurs fĂŒr Frauen am 5. Dezember 2015

Der Selbstverteidigungs-Kurs (SV-Kurs) fĂŒr Frauen startete am Samstag-Nachmittag in den SportrĂ€umen des TV Cannstatt.
Angesichts der bevorstehenden Themen wie z.B. Gewalt, TĂ€terprofile und „Wann wird man eher zum Opfer?“ war es sehr verstĂ€ndlich, dass nicht alle Teilnehmerinnen locker und lachend in den Raum kamen, sondern manche auch sehr ruhig und zurĂŒckhaltend. Doch nach einer herzlichen BegrĂŒĂŸung durch das erfahrene Kursleiterduo Edith Niestroj und Marcel Matischok tauten alle schnell auf. Die Teilnehmerinnen hatten viele Fragen auf dem Herzen, die im Kursverlauf mit viel EinfĂŒhlungsvermögen, Fachwissen und Beispielen aus dem Alltag beantwortet wurden.  So bekam im Laufe des Tages das hĂ€ssliche und bedrohliche Thema „Gewalt gegen Frauen“ eine greifbare Form und eine deutliche Antwort.

Selbstverteidigung passiert nicht nur körperlich, sondern ist vor allem auch Kopfsache. Dies unterstrich das Kursleiterduo und wechselte lebendig immer wieder zwischen theoretischem Hintergrundwissen und praktischen Übungen.

In den theoretischen Teilen wurden noch weitere zentrale Botschaften vermittelt. Eine weitere wichtige: Hauptsache, man (bzw. frau) tut was!

Die Teilnehmerinnen bekamen Antworten auf die Fragen: Welche Formen von Gewalt gibt es und was kann ich tun bei sexueller Gewalt? Wie verhalte ich mich bei Gewalt im sogenannten Nahbereich? Was kann man aus den Statistiken der Polizei lernen? Wann zeigt die Gefahrenampel rot und wann gelb oder grĂŒn? Und was kann ich tun, damit sie grĂŒn, also im sicheren Bereich, bleibt? Und vieles mehr


In Eigenarbeit entdeckten die Teilnehmerinnen die vielen Vital- und Schockpunkte am menschlichen Körper. Wenn man diese Punkte kennt und nutzt, kann man im Ernstfall mit wenig Kraft große Wirkung erzielen. Danach wurden die unterschiedlichsten Waffen vorgestellt. Die Teilnehmerinnen waren ĂŒberrascht, wie viele davon frau sogar stĂ€ndig bei sich trĂ€gt.

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Welche Waffen sind sinnvoll? Welche kann man fĂŒr die Handtasche empfehlen? Edith klĂ€rt auf.

In den praktischen Teilen ĂŒbten alle Teilnehmerinnen effiziente und laute Selbstverteidigungstechniken. Nach kurzer Zeit verteidigten alle mit krĂ€ftiger Stimme sich selbst und ihren Privatbereich gegen gewalttĂ€tige Angriffe wie z.B. „am Zopf reißen“ oder „WĂŒrgegriff von hinten“. Auf den ersten Blick erschien Vieles unmöglich, doch nach dem Ausprobieren kam immer wieder die Erkenntnis, dass die eigenen FĂ€higkeiten doch viel grĂ¶ĂŸer sind als vorher gedacht. „Wenn man einmal weiß, wie es geht, ist es ganz einfach“, meinte eine Kursteilnehmerin voller Begeisterung.

Es wurde geĂŒbt, wie frau selbstbewusster auftritt. Dazu muss niemand ein anderer Mensch werden. FĂŒr ein selbstbewussteres Auftreten reichen schon kleine VerĂ€nderungen, die jede im Alltag weiterĂŒben kann.

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Edith demonstriert den Ellbogenstoß rĂŒckwĂ€rts gegen einen Angreifer von hinten.

Nach viel zu kurzen vier Stunden ging der Frauen-SV-Kurs schon dem Ende entgegen. Auch wenn ein vierstĂŒndiger SV-Kurs eher ein „Schnupperkurs“ ist und in der kurzen Zeit nicht alle Themen und Situationen abschließend besprochen und geĂŒbt werden können, waren die Teilnehmerinnen dankbar fĂŒr die vielen Infos, Übungen, Tipps und Tricks.

Auf die Frage wie man das Erlernte vertiefen könne, stellten die Kursleiter u.a. das Angebot des TV Cannstatt vor, wo zu gĂŒnstigen Konditionen regelmĂ€ĂŸig Ju-Jutsu unter Anleitung ausgebildeter Trainern trainiert wird. Weiterhin werden beide auch in 2016 wieder Frauen-SV-Kurse ĂŒber den TV Cannstatt anbieten.

Edith Niestroj und Marcel Matischok haben zusammengerechnet ĂŒber 40 Jahre Erfahrung in Kampfsportarten zur Selbstverteidigung, bilden selber Erwachsene im Kampfsport aus und haben die SV-Kursleiterlizenz des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes (ca. 50.000 Mitglieder).

Wir freuen uns auf weitere Selbstverteidigungskurse fĂŒr Frauen mit Edith und Marcel!

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Das SV-Kursleitertrio Edith Niestroj und Marcel Matischok, gemeinsam mit der gesprÀchigen Ente Christine.